Erster Ostdeutscher Wasserstoffkongress bringt rund 450 Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Dresden zusammen
Dresden, 26. August 2026. Wie kann der Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland schneller vorangebracht werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 1. Ostdeutschen Wasserstoffkongresses im Internationalen Congress Center Dresden. Rund 450 Teilnehmende, mehr als 30 Referentinnen, Referenten und Podiumsgäste sowie über 30 Aussteller folgten der Einladung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und des Wasserstoffnetzwerks HYPOS. Erstmals kamen damit Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der ostdeutschen Bundesländer in diesem Format zusammen.
Im Fokus standen der weitere Wasserstoffhochlauf, der Aufbau der notwendigen Infrastruktur sowie aktuelle Projekte und die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Dabei wurde deutlich: Damit Wasserstoff künftig einen wichtigen Beitrag zur Transformation von Industrie und Energieversorgung leisten kann, sind langfristige Planungssicherheit und tragfähige Investitionsbedingungen erforderlich.
Acht Forderungen an die Politik
Ein wichtiger Programmpunkt war die Übergabe des HYPOS-Forderungspapiers an Hanna Schumacher, Leiterin der Unterabteilung Wasserstoff- und Gasinfrastruktur im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Darin formuliert HYPOS acht zentrale Forderungen an die Politik. Grundlage ist eine von der r2b energy consulting GmbH erarbeitete Metastudie.
„Ziel des Forderungspapiers ist es, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen und den Wasserstoff-Markthochlauf zu beschleunigen“, erklärte HYPOS-Geschäftsführer Andreas Bauer. Unterstützt würden die Forderungen von zahlreichen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden.
Startschuss für H2-Netz OST
Für Mitteldeutschland besonders relevant ist der offizielle Start der Gemeinschaftsstudie H2-Netz OST. Während des Kongresses sagte bereits der 50. Partner seine Beteiligung an dem länderübergreifenden Vorhaben zu. Ziel ist es, eine abgestimmte Entwicklungsperspektive für eine Wasserstoff-Verteilnetzinfrastruktur in Ostdeutschland zu erarbeiten.
Ostdeutschland verfüge über großes Potenzial sowohl bei der Erzeugung als auch bei der industriellen Nutzung von Wasserstoff. Entscheidend sei nun, das geplante Wasserstoff-Kernnetz durch leistungsfähige Verteilnetze zu ergänzen. „Der Start von H2-Netz OST ist dafür ein konkreter Schritt“, betonte Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.
Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
In hochrangig besetzten Podiumsdiskussionen und drei Fachsessions diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze. Der Kongress unterstrich dabei insbesondere die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie einer länderübergreifenden Abstimmung beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft.
Mit seiner Premiere setzt der Ostdeutsche Wasserstoffkongress einen neuen Akzent: Die Wasserstoffentwicklung soll stärker gemeinsam über Ländergrenzen hinweg betrachtet werden. Die hohe Beteiligung von Unternehmen, Institutionen und Fachleuten zeigt zugleich, welchen Stellenwert Wasserstoff für die künftige industrielle und energetische Entwicklung Ostdeutschlands besitzt.
Gunnar Redmer





