Wiedersehen mit früheren Kollegen bei innospec, Foto: innospec

Wiedersehensfreude bei Innospec

Diesen Termin hatten sie schon lange im Kalender stehen. Und Freitag, der 13., sollte für die Senioren des Unternehmens Innospec – entgegen allem Aberglauben – auch einen wunderbaren Nachmittag bereithalten. Die Firma hatte zum Treffen all jener eingeladen, die hier einst ihren Arbeitsplatz hatten. 13 Frauen und Männer waren gekommen. Und nicht nur die Wiedersehensfreude mit früheren Kollegen war groß, auch das Interesse an dem, was im Laufe der zurückliegenden Jahre am Chemiestandort Leuna und speziell in ihrem Unternehmen entstanden ist. Viel Herzblut hatten Melanie Szymanski und Mirko Graf, die das Treffen organisiert und inhaltlich gestaltet haben, da reingelegt.

Einer Rundfahrt durch den Chemiepark schloss sich die Besichtigung der Anlage von Innospec an. In einer gemütlichen Kaffee-Runde wurden dann Erinnerungen ausgetauscht und manche schon vergessene Geschichte machte die Runde. Jetzige Mitarbeiter berichteten über das, was aktuell im Unternehmen passiert. Bei den aufgeschlossenen, interessierten Senioren weckte das wohl auch ein Gefühl wie Stolz. Immerhin haben sie in früheren Jahren selbst mit dazu beigetragen, dass die Entwicklung des Unternehmens so vonstattengehen kann. Und eins blitzte in den Gesprächen immer wieder durch: Vertrauen, Verlässlichkeit und Zusammenhalt waren für sie stets das, was den Arbeitsalltag ausmachte. Und das ist heute noch so. Innospec-Geschäftsführer Dietrich von der Wense drückt es so aus: „Uns zeichnen Zusammengehörigkeitsgefühl, Einsatzfreude und eine hohe Loyalität aus. Immer schon. Das haben unsere Ruheständler lange Jahre miterlebt und gemeinsam mitgetragen. Es ist schön, das zu pflegen. Und insofern finde ich es gut, wenn wir das anerkennen. Loyalität ist keine Einbahnstraße.“ Für ihn ist dieses Treffen so auch eine Art, „Dankeschön“ zu sagen.

Detlef Richter fasst sein Engagement in Leuna in diese Worte: „Es war doch ‘ne schöne Zeit.“ 1976 begann seine Zeit als Chemiefacharbeiter in Leuna, 1995 führte ihn der Weg zu Innospec. „Schön, die Kollegen wiederzusehen, ich habe alle wiedererkannt“, meint er begeistert. Und: „Es hat sich so unwahrscheinlich viel verändert am Standort. Früher stand ja hier ringsum nix.“ Für Adelheid und Dieter Püschel, die beide als Lehrlinge in Leuna ihr Arbeitsleben und später auch ihr gemeinsames Alltagsleben begannen, ist dieser Tag ebenfalls eine Bereicherung. „Es waren schöne und auch schwere Zeiten“, blickt Adelheid Püschel zurück, die mit ihrem ehemaligen Kollegen Louis Wustrack, Vorarbeiter im Bereich Logistik, an alte Zeiten zurückdenkt: „Wir haben gerackert und geknulzt, aber auch ‘ne Überstunde fiel nicht ins Gewicht. Wenn`s bei der Arbeit auch mal Zoff gab – wir haben drüber gesprochen und immer ordentlich zusammengearbeitet.“ 45 Jahre war sie in Leuna beschäftigt, ihr Mann 50. Louis Wustrack arbeitet heute noch hier. Er war noch in Arbeitsmontur gekommen, um die Senioren zu treffen. Was für eine Freude!

Im Tanklager haben Siegrun Greif und Frank Höritzsch viele Jahre zusammengearbeitet. Während Frau Greif seit kurzem im Ruhestand ist, hat Frank Höritzsch noch ein paar Arbeitsjahre zu absolvieren. Beide sind sofort im Gespräch, in das auch gleich Chef Dietrich von der Wense einbezogen ist. „Die meiste Zeit verbringt man mit den Kollegen. Da hat man viel erlebt“, sagt Frank Höritzsch und lächelt fröhlich. 1990 begann er in Leuna zu arbeiten. Nach einem Abstecher nach Österreich ist er seit 2009 wieder in Leuna, bei Innospec. „Zu Hause ist zu Hause“, sagt er nur und ist in seinem Reich, dem Tanklager, sehr zufrieden. Erinnerungen an die Arbeit teilt er hier nicht nur mit Siegrun Greif, sondern auch mit Adelheid und Dieter Püschel. „Wahnsinn, wenn man so zurückblickt…, „ich kenne alle Rentner.“

Aber nicht alle von ihnen kannten den neuen Standort Leuna, der sich so schnell und tiefgreifend verändert hat. Neue Unternehmen bauen, Alteingesessene erweitern ihre Anlagen. Für alle Senioren war es ein Erlebnis, eins, das wiederholt werden soll. Das wünschen sie sich. „Und nicht wieder so lange warten“, ruft einer in die Runde. Das letzte Treffen übrigens fand vor fünf Jahren statt…

Christine Färber

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