Ausstellung in der Leunaer Galerie im cCe Kulturhaus – Maler Walter Womacka, Foto: L. Teschner

Womackas tatenfrohe Proletarier

Die Ausstellung wird am 2. Dezember um 18 Uhr mit einer Vernissage in der Galerie des cCe eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 23. Januar 2026.

Aller guten Dinge sind drei. Jedenfalls für die Leunaer Galerie im cCe Kulturhaus in Bezug auf den Maler Walter Womacka. Denn am 22. Dezember jährt sich zum hundertsten Mal der Geburtstag von ihm, einem der namhaftesten und einflussreichsten, ja, mächtigsten Künstler der DDR. Für den herrschenden „sozialistischen Realismus“ in der Kunst des so genannten Arbeiter- und Bauernstaates war neben dem Hallenser Willi Sitte nicht zuletzt Womacka stilprägend.

Hochschulrektor und Staatskünstler

Mit Sitte verband den vier Jahre jüngeren Künstler vieles: Die Herkunft und Vertreibung aus der Tschechoslowakei als Angehöriger der dortigen deutschen Minderheit, später die gleichzeitige steile Karriere in Kunst und SED, das Amt als Kunsthochschulrektor – Womacka leitete 20 Jahre die Kunsthochschule Berlin-Weißensee – und der inoffizielle Status, ein „Staatskünstler“ zu sein.

Ganz im Sinne der damals herrschenden Politik illustrierten Womackas Bilder – viele auch großformatig als baugebunde Kunst wie beispielsweise am Berliner Haus des Lehrers – das Lebensgefühl fröhlicher Proletarier, die nicht nur ganz in ihrer Arbeit aufgehen, sondern auch deren Früchte (im Rahmen der Möglichkeiten) genießen dürfen. Beispielhaft dafür ist Womackas wohl bekanntestes Gemälde „Am Strand“, das neben recht bodenständiger Romantik sogar einen leicht skeptischen „Blick nach vorn“ von Seiten der jungen Dame zu bieten hat. Das Ölgemälde, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist, ist wohl eines der bekanntesten und wohl auch schönsten Bilder von Womacka.  Als Kunstdruck, Postkarte und Kunstkalender wurde es sage und schreibe über drei Millionen Mal reproduziert. Und die 1968 erschienene Briefmarke brachte es auf eine Auflage von zwölf Millionen Stück.

alle Bilder: L. Teschner

Vielleicht sind es solche Details, die Womacka für heutige junge Leute wieder interessant machen. So berichtet Alexandra Schmücking, die Leiterin der Galerie im cCe Kulturhaus Leuna und Ausstellungsmacherin, dass junge Praktikanten des Kulturhauses die großformatigen Bilder Womackas „spannend finden“.

Ein Querschnitt seines Schaffens

Dass diese umfangreiche Womacka-Schau überhaupt zustande kommt, ist dem ehemaligen Vorsitzenden des Fördervereins Kulturhaus Leuna zu verdanken, der seit einigen Jahren Kontakt zur Familie des Künstlers pflegt und damit auch ein eindrucksvolles kulturhistorisches Dokument der Industriekultur der DDR-Zeit ermöglicht hat. Schließlich verfügten in der DDR viele großen Kombinate über Kunstsammlungen, in denen auch Womackas Werke vertreten waren. Die cCe Galerie zeigt einen Querschnitt aus dem Werk des Künstlers, darunter große Stadtansichten, Ostsee-Motive ebenso wie gesellschaftskritische Arbeiten. Die Exponate stammen sowohl aus dem privaten Nachlass des Künstlers als auch aus der Kunstverwaltung des Bundes.

Christine Färber

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