Blick auf die Bahnsteige des Hauptbahnhofs Leipzig, Foto: Deutsche Bahn AG – Max Lautenschläger

ZVNL weist Forderung nach dichterem S6-Takt zurück – Kritik aus Leuna hält an

Bad Dürrenberg/Leuna. Pendlerinnen und Pendler auf der S-Bahnlinie 6 zwischen Leipzig und Naumburg müssen weiterhin mit längeren Wartezeiten leben. Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) hat eine Ausweitung des Angebots auf einen Halbstundentakt vorerst ausgeschlossen und begründet dies mit finanziellen Einschränkungen.

In einem Schreiben an die Markranstädter Bürgermeisterin macht ZVNL-Geschäftsführer Bernd Irrgang deutlich, dass die aktuelle Haushaltslage keine zusätzlichen Leistungen zulässt. Zwar werde die steigende Nachfrage auf der Strecke gesehen, doch führten höhere Ausgaben – etwa für Energie, Personal und Wartung – zu erheblichen Mehrkosten. Auch das Deutschlandticket wirke sich negativ auf die Einnahmen aus, da die vorgesehenen Ausgleichszahlungen nicht ausreichten.

Zusätzlich seien die Regionalisierungsmittel des Bundes, die eine zentrale Rolle bei der Finanzierung des Nahverkehrs spielen, bereits bis 2031 festgeschrieben. Dadurch bleibe kaum Spielraum für Angebotsausweitungen.

Einschränkungen seit Fahrplanwechsel

Seit Dezember 2025 verkehrt die S6 nur noch im Stundentakt zwischen Leipzig und Naumburg. Mit der Ablösung der früheren Regionalbahn RB20 ging damit eine teilweise dichtere Verbindung verloren. Für viele Berufspendler bedeutet das spürbare Nachteile im Alltag.

Die Bürgermeister von Markranstädt, Bad Dürrenberg und Leuna hatten daher gemeinsam einen durchgehenden 30-Minuten-Takt gefordert, um die Situation zu verbessern.

Kritik aus dem Leunaer Rathaus

In Leuna stößt die Entscheidung auf Unverständnis. Aus Sicht der Stadt werde die Entwicklung der Region nicht ausreichend berücksichtigt. Die wirtschaftliche Dynamik nehme zu, ebenso wie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Ein dichterer Takt sei deshalb dringend erforderlich.

Zudem verweisen die Kommunen auf geplante Weiterentwicklungen im S-Bahn-Netz. Mit einem neuen Verkehrsvertrag ab Ende 2026 seien Verbesserungen vorgesehen, darunter optimierte Verbindungen und perspektivisch auch häufigere Fahrten auf einzelnen Streckenabschnitten.

Keine kurzfristige Lösung in Sicht

Der ZVNL betont, dass man einem Halbstundentakt grundsätzlich offen gegenüberstehe. Voraussetzung sei jedoch eine gesicherte Finanzierung durch Bund und Länder. Ohne zusätzliche Mittel bleibe eine Umsetzung kurzfristig unrealistisch.

Für die Fahrgäste entlang der Strecke bedeutet das vorerst: Der Wunsch nach dichteren Verbindungen bleibt unerfüllt – und dürfte die politische Diskussion in der Region weiter anheizen.

Falk Morgenstern

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